03.06.2026 · Journal

Vorher/Nachher: Wie wir den Roanerhof in Kals revitalisiert haben

Vorher/Nachher: Wie wir den Roanerhof in Kals revitalisiert haben

Kals am Großglockner liegt im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern – eine der wildesten und schönsten Landschaften Österreichs. Hier zu bauen ist Privileg und Verpflichtung zugleich.

Die Ausgangssituation

Der Roanerhof: Ein alter Tiroler Bauernhof, der über Jahrzehnte nur noch sporadisch genutzt worden war. Die Substanz war grundsätzlich gut – massives Mauerwerk, solide Dachkonstruktion – aber die Räume entsprachen in keiner Weise mehr zeitgemäßen Wohnansprüchen. Niedrige Raumhöhen, dunkle Kammern, veraltete Haustechnik.

Die Bauherren wollten: Einen Hauptwohnsitz mit der Möglichkeit, Teile des Hofes als hochwertige Ferienwohnungen zu vermieten. Klang einfach – war es nicht.

Die besonderen Herausforderungen

Nationalpark Hohe Tauern bedeutet: Jede bauliche Maßnahme wird genau beobachtet. Die Nationalparkverwaltung hat ein Mitspracherecht bei der Gestaltung – zu Recht, denn der Charakter dieser Landschaft ist schützenswert. Gleichzeitig galten Anforderungen des Bundesdenkmalamts, da der Hof im Ortsbild von Kals eine prägende Rolle spielt.

Dazu kam die Abgelegenheit: Alle Materialien mussten über enge Bergstraßen transportiert werden. Handwerker aus der Region – unverzichtbar für Qualität und lokale Akzeptanz – hatten lange Anfahrtswege.

Das Konzept

Unser Ansatz: Den Hof nicht musealisieren, sondern lebendig machen. Das bedeutete: Die historische Kubatur und die prägende Fassade erhalten. Die Innenräume behutsam öffnen, Raumhöhen wo möglich erhöhen, Licht ins Dunkel bringen. Und das alles mit Materialien, die in dieser Landschaft Sinn ergeben: Lärche, Zirbe, Kalkstein.

Die Aufteilung: Im Erdgeschoß eine großzügige Ferienwohnung für bis zu 8 Personen. Im Obergeschoß der private Wohnbereich der Bauherren. Getrennte Zugänge, gemeinsame Identität.

Das Ergebnis

Der Roanerhof steht heute als Beweis, dass Revitalisierung und Modernisierung kein Widerspruch sind. Die Bauherren haben einen Wohnsitz, der ihre Liebe zu dieser Landschaft widerspiegelt. Die Feriengäste erleben authentisches Tirol – mit allem Komfort, den man heute erwartet. Und der Nationalpark hat einen Hof, der das Ortsbild bereichert statt zu stören.

Was andere Bauherren mitnehmen können

Haben Sie Fragen zu diesem Thema?
Stadt:Labor – Architekten berät Sie gerne – kostenlos und unverbindlich.
office@stadtlabor-architekten.com | +43 512 290505