Blended Tradition
Ein Stadel mit kleinem Wohnteil, eine Tochter, die zurückkommt – und ein Wunsch: ein Ort, an dem der Sommer wieder der Familie gehört.
Die Bauherrin ist die Tochter des Hauses. Was sie übernimmt, ist ein Stadel mit kleinem Wohnteil in Osttirol – zu wenig für das, was sie sich wünscht: einen Ort, um mit Familie und Freunden den Sommer zu verbringen. Nicht als Feriendomizil, das elf Monate leer steht, sondern als Haus, in dem Gastfreundschaft Platz hat.
Die Antwort des Entwurfs: zwei Häuser statt einem. Ein neuer Stadel für die Gäste – Holz, die vertraute Typologie des Ortes weitergebaut. Und ein Steinhaus für die Familie. Die Trennung ist das eigentliche Geschenk: Wer Gäste liebt, braucht einen Ort, an den er sich zurückziehen kann. Gemeinsamer Sommer draußen und im Stadel, Privatsphäre im Steinhaus – Nähe, die man wählen kann.
Genau das meint „Blended Tradition“: Die Architektur der Alpen – Funktionalität, Einfachheit, Holz und Stein – wird nicht musealisiert, sondern weitergedacht. Der Stadel bleibt als Bautyp lesbar und wird zugleich zum offenen, lichtdurchfluteten Gästehaus; das Steinhaus setzt ruhig und dauerhaft den Gegenpol. Alt und Neu verschmelzen nicht zur Kulisse, sondern zu einem Ensemble, das dem Ort verpflichtet bleibt und trotzdem der Zukunft gehört.
Das Projekt ist in Planung; Realisierung ab 2026.
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