Was kostet ein Bauernhof-Umbau in Tirol?

16.03.2026
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Ein Leitfaden von Stadt:Labor – Architekten, Innsbruck


Ein alter Tiroler Bauernhof ist mehr als ein Gebäude – er ist ein Stück gewachsene Kulturlandschaft. Wer einen solchen Hof umbaut, saniert oder revitalisiert, stellt sich früher oder später eine sehr konkrete Frage: Was kostet das eigentlich?

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Doch das ist keine Ausrede, sondern der erste Schritt zu einer guten Planung. Als Architekturbüro mit Sitz in Innsbruck begleiten wir seit vielen Jahren Bauernhof-Projekte in Tirol, Südtirol und Osttirol – vom historischen Veidlerhof aus dem Jahr 1536 bis zum modernen Penthouse-Ausbau auf einem Bestandshof in Mieming. Dieser Artikel gibt einen realistischen Überblick.


Was beeinflusst die Kosten am stärksten?

1. Zustand der Bausubstanz — Der wichtigste und häufig unterschätzte Kostentreiber. Vor jedem Umbau steht eine sorgfältige Bestandsanalyse. Beim Veidlerhof in Gsies umfasste sie eine bauhistorische Befundung und dendrochronologische Untersuchung der Bauhölzer – Grundlage für jede seriöse Kostenschätzung.

2. Nutzungskonzept — Privatwohnhaus, touristische Vermietung oder beides? Beim Roanerhof in Kals haben wir eine Kombination beider Nutzungen erarbeitet. Jede Variante bringt andere bautechnische und baurechtliche Anforderungen.

3. Denkmalschutz und Auflagen — Viele der schönsten Tiroler Bauernhöfe unterliegen dem Denkmalschutz. Beim Kesslerhaus in Tisens mussten historische Lochfassade und offener Söller erhalten bleiben. Das erhöht den Aufwand – aber auch den Wert des Ergebnisses.

4. Lage und Erschließung — Ein Hof in einem Seitental des Ötztals ist logistisch anders zu erschließen als ein Hof am Ortsrand. Materiallieferungen und Handwerker-Anfahrten schlagen mit 10–20 % Aufschlag zu Buche.

5. Umfang des Eingriffs — Teilsanierung, Vollumbau oder Aufstockung? Beim Projekt Bauernhof Mieming haben wir den Bestand unangetastet gelassen und nach oben in Holzmassivbauweise erweitert – eine Methode, die Kosten spart und neuen Wohnraum schafft.


Orientierungsrahmen: Was kostet was?

Richtwerte für Tirol und Südtirol, Stand 2025 (alle Angaben netto):

Maßnahme Kosten Hinweis
Zustandsanalyse & Bestandsaufnahme 3.000–8.000 € Je nach Größe und Komplexität
Teilsanierung (Dach, Fenster, Heizung) 800–1.200 €/m² Wohnfläche
Vollsanierung mit neuem Innenausbau 1.200–2.200 €/m² Stark abhängig von Substanz
Denkmalgeschütztes Objekt +20–40 % Aufschlag auf obige Werte
Holzbauaufstockung (Neubauteil) 2.000–3.200 €/m² Hochwertige Ausführung
Nutzungsänderung inkl. Ferienwohnungen +15–25 % Brandschutz, Sanitär etc.
Abgelegene Lage / schwierige Erschließung +10–20 % Aufschlag auf Gesamtkosten
Architektenhonorar (alle Leistungsphasen) ca. 10–15 % der anrechenbaren Baukosten

Praxisbeispiel: Ein typischer Tiroler Vierseithof mit ca. 250 m² Wohnfläche, der vollsaniert und für touristische Nutzung umgebaut wird, landet erfahrungsgemäß im Bereich von 400.000 bis 700.000 Euro netto – je nach Substanz, Lage und Ausbauziel.


Förderungen in Tirol – was ist möglich?

Tiroler Wohnhaussanierungsförderung — Das Land Tirol fördert qualifizierte Sanierungsmaßnahmen mit einem Einmalzuschuss von bis zu 25 % der förderbaren Gesamtkosten bei Eigenfinanzierung. Gefördert werden thermische Maßnahmen, Heizungstausch, Barrierefreiheit und Photovoltaik.

Sanierungsoffensive des Bundes — Bundesförderungen für energieeffiziente Sanierungen, mit Zuschlägen für nachwachsende Rohstoffe wie Holzfaserdämmung oder Holzmassivbau.

Dorferneuerung und Interreg-Programme — Für kulturhistorisch wertvolle Bauernhöfe gibt es eigene Programme. Der Veidlerhof in Gsies wurde etwa in das EU-Interreg-Projekt „Alte Bausubstanz" aufgenommen.

Wichtig: Förderanträge müssen in der Regel VOR Baubeginn gestellt werden. Wir unterstützen unsere Bauherren bei der Förderrecherche von Anfang an.


Sanieren oder neu bauen – was ist besser?

Die Frage stellt sich bei fast jedem Beratungsgespräch. Unsere Einschätzung: Ist das Mauerwerk tragfähig und die Substanz grundsätzlich gesund, ist Sanierung fast immer die bessere Wahl – kulturell, ökologisch und oft auch wirtschaftlich. Liegt der Hof im Ortsbild oder unterliegt er dem Ensembleschutz, ist Abriss ohnehin keine Option. Bei schweren Schäden oder sehr niedrigen Raumhöhen kann ein Neubauteil – wie beim Penthouse Mieming – die elegantere Lösung sein.

Eine fundierte Machbarkeitsstudie mit Substanzanalyse kostet wenige tausend Euro – und spart am Ende oft ein Vielfaches.


Haben Sie einen Bauernhof in Tirol?

Wir beraten Sie gerne in einem ersten Gespräch – kostenlos und unverbindlich.

Stadt:Labor – Architekten
Höttinger Gasse 25, 6020 Innsbruck
+43 512 290505
office@stadtlabor-architekten.com

 

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