Wohnbebauung Klinikum Kempten

Jedem sein privater Außenraum

Die privaten Außenflächen werden maximiert, die öffentlichen Flächen konzentriert.
Aus der vorhandenen Stadtstruktur und dem Rahmenplan ergibt sich eine logische nord-süd gerichtete Achse. Ihrer Identität folgend wird diese Achse programmatisch als urbanes Band definiert. Von hier aus führen beidseitig Wege durch die Parkanlage zu den Wohnbauten.

Freianlagen

Die punktartige Bebauung ermöglicht es dem Außenraum einen Parkcharakter zu verleihen, der aber nicht im Sinne eines klassischen Englischen Landschaftsparks zu verstehen ist, sondern durch eine klare formale Gestaltung eher an Heckenkabinette und Rasenparterres aus dem Barock in einer modernen Interpretation erinnert. Die freie Baumstellung bricht diese strenge Ordnung und bildet eine weitere Raumebene. Die Wuchshöhen der Bäume sind in entgegengesetzter Richtung zur Gebäudestaffelung gewollt und erzeugen so eine zusätzliche Spannung.
Eine wesentliche und strukturierende Rolle spielt dabei die Erschließung für Fußgänger und Radfahrer. Neben einer Hauptachse, die von Nord nach Süd leitet, wird der Anwohner über großzügige befestigte Wege in Ost-West-Richtung zu den Hauseingängen geführt. Die übrigen Nord-Süd-Verbindungen sind abgesehen von der Fortführung des Einganges zum Friedhof auf der gegenüberliegenden Straßenseite untergeordnet zu betrachten. Die Hauptachse Nord-Süd dient der gemeinschaftlichen Nutzung und enthält daher unterschiedliche Bereiche, die das „Band“ Intarsien artig gliedern und verschiedene Funktionen erfüllen. Hier kann unter Bäumen Boule auf einer Art Schotterrasen gespielt werden, Sitzbänke laden zum Verweilen ein und die Kinder können sich an einem Wasserfilm, der durch kleine Fontänen erzeugt wird, erfreuen. Die Nord-Süd-Verbindung stellt gleichzeitig den Übergang zum Nachbargelände der ehemaligen Klinik her.
Das gemeinschaftliche Grün ist an zentralen oder aber auch an Randbereichen positioniert. Es beherbergt unter anderem zwei Spielplätze und eine ellipsenförmige, durch Betonelemente abgesenkte Rasenfläche, die an ein Boulingrin erinnert. Diese Fläche kann optional im Winter geflutet und als Eislauffläche genutzt werden. Das private Grün ist vom gemeinschaftlichen Grün sowie der Erschließung klar durch geschnittene Hecken abgegrenzt. Diese „Heckenkabinette“ orientieren sich in ihrer Ausprägung an der Fassadengestaltung, indem innerhalb des Grundheckenelementes Hainbuche geschnittene Obstbäume im Fassadenraster eingefügt werden. Die notwendigen, oberirdischen Fahrradstellplätze werden in das Heckensystem integriert.
Der Baumbestand bleibt in den Bereichen des gemeinschaftlichen Grüns weiterhin erhalten und wird durch Neupflanzungen ergänzt. An der Ostseite des Wettbewerbsgebietes werden, wie momentan auch schon im Bestand, 26 oberirdische, zum Teil behindertengerechte PKW-Stellplätze untergebracht. Die Entsorgung erfolgt an drei zentralen Müllhäusern, die für die Anwohner unkompliziert zu erreichen sind. Eines befindet sich in der Verlängerung der Tiefgaragen-Zufahrt, ein weiteres am südlichen Ende des Bandes und das dritte ist im Bereich der Pkw-Stellplätze im Osten platziert. Das Erschließungsnetz der Fußgänger und Radfahrer kann gleichzeitig auch von der Feuerwehr als Zufahrten und Aufstellflächen genutzt werden. Durch die teilweise Ausbildung von Maisonette- Wohnungen genügt mancherorts auch eine Handanleiterung, was den Außenanlagen zugutekommt.

Aufgabe

  • städtebauliche und landschaftsplanerische Neugestaltung

Auftraggeber

  • Stiftstadt-Wohnen GbR
  • die Sozialbau, Kempten und SWW Oberallgäu, Sonthofen
  • Allgäuer Straße 1
  • 87435 Kempten

Größe

  • GFZ ca. 12.000m²

Partner

  • Architekt Gilbert Sommer - sommerarchitektur.at