Wanner Hof – Inzing Berg

Das Projekt zum BV Wannerhof in Inzing sieht die Restaurierung des historischen Bestandes mit Adaptierung der bestehenden Wohnräume zu zwei getrennten Wohneinheiten vor. Der Wirtschaftsteil des Gebäudes mit Stall und Tenne bleibt in bestehender Form erhalten und wird weiterhin für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Eine Wohneinheit bildet das Erdgeschoss unter Einbeziehung des halbgeschossig höher versetzten nordöstlichen Wohnraumes. Die zweite Wohneinheit entsteht im Obergeschoss, wo zur Schaffung weiterer Wohn- und Schlafräume der derzeit bestehende Anbau mit Pultdach an der Nordfassade durch einen Neubau ersetzt wird. Der Anbau ist als in Sicht belassene Holzkonstruktion vorgesehen. Am historischen Bestand bleiben sämtliche bestehenden Binnenteilungen, sowie Fensteröffnungen und Türdurchgänge erhalten.

Folgende bauliche Änderungen sind vorgesehen:

  • Abbruch des einsturzgefährdeten Holzschuppens vor dem Stall an der Südfassade
  • Abbruch des eingeschossigen, im Erdgeschoss aufgeständerten Anbaues mit Pultdach an der Nordfassade und Errichtung eines Wohnteiles in selber Form und Größe
    Reversible Trenntüre am Treppenaufgang in das Obergeschoss als Abtrennung der beiden Wohneinheiten
  • Schaffung eines Eingangsbereiches für die Wohnpartei des Obergeschosses im heutigen Abstellraum an der Nordseite des Gebäudes als eingestellte Holzbox mit Treppenaufgang und einem Mauerdurchbruch als Zugang zum Vorstall; im Obergeschoss wird die Verbretterung in diesem Bereich abgetragen und anliegend an den neuen Treppenaufgang Sanitärräume errichtet
  • Abbruch der Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Holztrennwände der Kammern des Obergeschosses
  • Abtrennung der nördlichen Hälfte des Vorstalles und Einbau von Sanitärräumen sowie einer Schmutzschleuse
  • Ausbruch von drei Fenstern an der Westfassade und Erweiterung des nordseitigen Einganges in den Stall
  • statische Sicherung nach technischem Bedarf von Decke und Trennmauer zwischen Stall und Vorstall
  • Errichtung eines Heizraumes nördlich am bestehenden betonierten Silo

Nach ersten bauhistorischen Erkenntnissen entsteht der gemauerte Wohnteil des Wannerhofes in der noch heute bestehenden Größe und Ausdehnung um den Keller als ältesten Baukern in der Gotik. Dieser Bestand wird in einer weiteren gotischen Bauphase teilweise aufgehöht, der Mittelgang im Erdgeschoss überwölbt. Prägend für das heutige Erscheinungsbild ist die Umbauphase vom Anfang des 17. Jahrhunderts, in der das Obergeschoss mit tonnengewölbten Mittelgang am Wohnteil, die Tenne mit Dachstuhl, sowie die in Resten erkennbare Fassadengestaltung mit schwarz und grau ausgeführten Eckquadern und breiten Fensterfaschen mit ausgestellten Ecken entstehen. Im 19. und 20. Jahrhundert werden ohne größere Eingriffe in den Bestand einige Ausstattungen erneuert. Für den Umbau des Stalles im Westen des Erdgeschosses Anfang des 20. Jahrhunderts wird das Tragwerk der Tenne teilweise verändert.

Folgende Restaurierungsmaßnahmen am historischen Bestand sind vorgesehen und werden im Detail jeweils in Abstimmung mit dem BDA und entsprechend den bauhistorischen Befunden durchgeführt:
1. Erhalt bzw. Freilegung der originalen gotischen Putzschichten im gewölbten Mittelgang, sowie der gewölbten Küchen im Erd- und Obergeschoss
2. statische Sicherungen nach technischem Bedarf an den Gewölben des Mittelganges und der Küchen im Erd- und Obergeschoss
3. Erhalt der getäfelten Stube von 1949 im Erdgeschoss
4. Restaurierung der Fassaden nach einem noch festzulegenden Konzept; derzeit ersichtlich und prägend sind die Fassadengestaltung vom Anfang des 17. Jahrhunderts, sowie Rötelzeichnungen vermutlich 19. Jahrhundert; die Fensteröffnungen in der heute bestehenden Form stammen aus dem 19. Jahrhundert
5. Restaurierung des mit geringfügigen späteren Veränderungen einheitlich erhaltenen und weitgehend intakten Holzwerkes der Tenne bzw. des Dachstuhles; vereinzelte bauliche Veränderungen zur Anpassung an eine zeitgemäße technische Nutzung (Heukran, Befahrbarkeit mit Traktor u. ä.) werden noch mit den Besitzern und dem BDA diskutiert
6. eine Restaurierung bzw. Wiederverwendung einzelner Ausstattungsteile wie Türblätter, Täfelungen und ev. Fenster wird angestrebt

Auftraggeber

  • Privat

Aufgabe

  • Umbau und Erweiterung des Unter Denkmalschutz stehenden Hofes