Neugestaltung Strandbadareal – Thalerareal Hard

Der „Lungomare“ – also eine Uferpromenade – erstreckt sich über die langgezogene Insel des Strandbadareals. Als Wand schmiegt er sich an die Ostseite der Strandbadinsel und zoniert den regen Bereich des Zollhafens im Osten und den ruhigeren Badebetrieb mit Erholungsflächen im Westen. Durch die Wandstärke der Mauer wird das Areal nicht in einen westlichen und östlichen Bereich getrennt, sondern sie schafft auch ein Oben – also ein Dach oder eine Promenade – und ein Unten bzw. eine Drinnen und ein Draußen.

Das Dach des Lungomares wird zur Flanier- und Aussichtsmeile, hier trifft man sich zum Ausschauen oder Diskutieren. Erinnerungen an den letzten Badeurlaub in Italien werden wach und bringen die Gäste des Strandbades in sommerliche Stimmung. Anhand von weitläufigen Auf- und Abgängen wird das Strandbad erschlossen, gleichzeitig gewährt das Dach des Lungomares auch einen Ausblick auf das Geschehen im dahinter liegenden Hafen von Hard. Durch die aufeinander folgenden Auskragungen entstehen Terrassen, wo eine Regatta beobachtet werden kann oder man zusammen mit anderen Badegästen eine frischere Brise genießt. Das Strandbad von Hard gewinnt durch das Dach des Lungomares an Erlebnisfläche, wo bunte Sonnenschirme mit Liegestühlen, ein Plantschbecken für Kleinkinder oder auch ein Jacuzzi zu finden sind.

Mit einer Gesamthöhe von 2,5 m sind von den Liegeflächen aus lediglich die Spitzen der Segelmasten sind noch zu sehen, welche rhythmisch den unverwechselbaren Klang eines Hafens von sich geben. Sie wecken Interesse und Neugierde im aktiven Besucher, während der Entspannung suchende Gast in Ruhe die Aussicht auf den See genießen kann. Die Mauer des Lungomares bringt eine optische und akustische Trennung, welche beiden Zonen im Westen und Osten genügend Freiraum und Anonymität gewährt.

Gleichzeitig wir der Raum der Mauer funktional von beiden Seiten genutzt, sowohl für weitläufige Räumlichkeiten bei größeren Auskragungen als auch für Schließfächer oder Infrastruktur bei schmäleren Abschnitten. Der Innenraum der Mauer ist stets von Westen und Osten her zugänglich und spielt mit seiner Multifunktionalität. Teilweise lösen flexible Schiebeelemente die Grenze zwischen Innen und Außen auf und der Außen- und Innenraum des Strandbades fließen barrierefrei fließen ineinander.

Das Seerestaurant schmiegt sich an der südlichen Spitze als zusätzlichen Baukörper an den Lungomare des Strandbadareals und markiert damit deutlich den Eingangsbereich zum Strandbad. Das Panorama der Restaurantterrasse öffnet sich dem See und bietet ausreichen offene und halboffene Räume. Durch die funktionale Trennung in einem nördlicheren und südlicheren Bereich kann das Restaurant sowohl von Badegästen als auch von Spaziergängern oder Radfahrern besucht werden.

Hafenplatz

Der Hafenplatz ist zentraler Treffpunkt und Erschließungspunkt des Projektes. Hier treffen sich Strandbadbesucher mit Gästen des Strandrestaurants, des Yachtclubs Hard sowie mit anderen Spaziergängern oder Radfahrern. Während man vom Süden oder Norden kommend über die Strandpromenade mit neuem, dahinter liegenden Radweg auf dem Platz ankommt, gelangt man vom Osten her über einen Busterminal mit Parkplätze für Taxis und Kiss&Ride auf den Hafenplatz. Damit der Hafenplatz verkehrsberuhigt bleibt, befindet sich die Zufahrt für Rettung und Mitglieder des Yachtclubs Hard an der nord-östlichen Rückseite des Strandbades. Regelmäßige Durchbrüche in der Mauer des Lungomares ermöglichen die Erschließung des Strandbades für Rettungswägen.

Den Hafenplatz formen höhere gestellte, grüne Inseln, an welchen während der hochfrequentierten Sommermonate flexible Radständer angebracht werden und somit über den Hafenplatz verteilt Räder geparkt werden können. In den Monaten außerhalb der Badesaison werden die grünen Inseln zu Liege- und Ruheoasen. Der Hafenplatz ist öffentlicher Treffpunkt sowie Ort zum Genießen und Verweilen und öffnet sich gegen Süden und Westen für seine Besucher. Hier können Spaziergänger dem Treiben der Segelschule zu sehen, die Sonne am Wasser genießen oder ein Boot ausleihen und damit den See erkunden. Der Bootsverleih ist neben dem Gebäude des Seerestaurants untergebracht, wo sich die Besucher des Hafenplatzes auch kulinarisch verwöhnen lassen und weiterhin ungestört auf der Terrasse die Aussicht genießen können.

Das Strandbad

Die nordöstliche Rückseite des Seerestaurants markiert zusammen mit dem Lungomare den Eingang des Strandbades. In diesem Bereich steigt die Topografie des Platzes langsam an, um die Hochwassersicherheit der Gebäude zu gewährleisten. Die Gäste gelangen über den Kassenbereich in das Strandbad und können dieses entweder über die großzügigen Rampen des Lungomares oder barrierefrei über den langsam abfallenden Platz im Strandbad erschließen. In der südlichen Spitze des Lungomares sind neben dem Eingangsbereich des Strandbades auch öffentliche Toiletten, sowie die Österreichische Wasserrettung, die Hafenmeister und der größte Teil der Technik untergebracht. Um den Badebetrieb nicht zu stören, können diese Räumlichkeiten auf der Rückseite des Lungomares erschlossen und beliefert werden.

Die Freiräume des Strandbades, sowie die bestehenden Bäume und Sträucher bleiben größten Teils erhalten und dienen weiterhin der Beschattung der Liegeflächen. Im südlicheren und mittleren Bereich des Strandbades ist die Dichte an Funktionen wesentlich höher ist, hier findet man neben den zu erhaltenden Schwimmbecken die Umkleidekabinen mit Sanitäreinrichtungen, das Strandbadkiosk mit Spielgeräte, die Einrichtungen der Bademeister sowie die restlichen Technikräume. Der Yachtclub Hard ist hier ebenfalls untergebracht und wird von der Rückseite der Mauer erschlossen, auf der darüber liegenden Terrasse können Clubmitglieder und Strandbadbesucher zusammen eine Regatta beobachten. In Richtung Norden werden die Liegeflächen lärmberuhigter, die bestehenden Sport- und Spielplätze bleiben hier erhalten. Die nördliche Spitze des Lunogmares bietet hier nochmals Umkleide- und Duschmöglichkeiten für die Strandbadbesucher.

Umgebung

Der gesamte Uferbereich des Strandbades und ehemaligen Thalerareals wird durch einen neuen Parkplatz für 300 PKWs an der Sägewerkstraße verkehrsberuhigt. Ein Teil der ufernahen Parkplätze bleiben zur An- und Ablieferung von Booten bestehen, der restliche Teil der Fläche wird der neuen ufernahen Fußgänger- und Radpromenade zugesprochen. Damit wird die bestehende Promenade im Süden mit dem nördlichen Teil verbunden. In der Mitte der neuen Promenade liegt der bestehende Eislaufplatz, welcher während der Sommermonate als öffentlicher Sport- und Spielplatz verwendet werden soll. Das gesamte Areal um Eislaufplatz mit Pizzeria soll als zusätzliches, öffentliches Grün aufgewertet werden und als Beobachtungspunkt für den Zollhafen dienen. Damit entsteht entlang des Ufers Hard ein grüner Gürtel und Naherholungsbereich für die Ortschaft.

Programm

Als Zonierungselement wird eine Wand entlang der östlichen Inselkante gezogen. Diese definiert einerseits die Bereiche des Zollhafens bzw. des Yachtclubs und des Strandbades und des Yachtclubs und bringt gleichzeitig eine akustische und visuelle Trennung für die verschiedenen Benutzer. Über die Insel verteilt werden die angeforderten Funktionen für das Strandbad, den Yachtclub Hard, das neue Seerestaurant und die öffentliche Bereiche am Hafenplatz verteilt.

In der Verbindung der beiden Elemente entsteht der Lungomare, welcher durch seine geschwungene Form und Ausbuchten die Freiflächen des Strandbades landschaftlich und architektonisch gestaltet. Auf dem Dach des Lungomares ergeben sich großzügige Terrassen für die verschiedenen Nutzer auf der Strandbadinsel. Gleichzeitig kann das Innere der Wand funktional von Westen oder Osten her benutzt werden und das geforderte Raumprogramm wird im Lungomare untergebracht. Dieses Spiel mit Zweideutigkeit kann mit dem Hut verglichen werden, welcher eigentlich auch eine Schlange sein kann, die gerade einen Elefanten isst (siehe „Der kleine Prinz“).

Auftraggeber

  • Strandbadareal - Thalerareal Hard

Aufgabe

  • Gestaltung Strandbadareal
  • Städtebau
  • Landschaftsgestaltung