Justizanstalt Karlau – Graz

Die Neubauten der Justizanstalt Karlau werden als Pavillons in die Landschaft eingefügt. Die freien Formen heben sich bewusst von der Umgebung ab, schaffen Zwischen- und Freiräume. Die Gestaltung der Landschaft wird in der Fassade fortgesetzt und bildet so eine Einheit mit dem Kontext.
Das Besucherzentrum entwickelt sich um einen Innenhof in die Höhe, bietet Ausblicke, Transparenz und freien Blick. Am geschlossenen Bereich vorbei erreicht man über Sitzstufen und Terrassen den Tischbereich, der sich großzügig nach Süden öffnet, ohne von den umliegenden Bauten eingesehen zu werden. Im Erdgeschoss gelangt man über den Innenhof zu den Langzeitbereichen samt vorgelagertem Garten.
Das Sport- & Schießzentrum wird komplett unterirdisch um einen grünen Innenhof angelegt, der Belichtung, Belüftung und Außenbereich für Turnhalle, Fitnessraum und Erschließungsflächen ist. Das großzügige Foyer ist einen grünen Park eingebettet und bildet Treffpunkt für Mitarbeiter. Natürliche Be- und Entlüftung, Tageslicht und gerichtete Aus- und Einblicke schaffen eine angenehme, entspannte Atmosphäre für alle Benutzer.

Historischer Bestand
Die unter Erzherzog Karl II von Innerösterreich in den damals unbesiedelten Mur-Auen, im Renaissancestil erbaute und wertvoll ausgestattete Sommerresidenz erhielt noch während der Bauzeit 1584-1590 den Namen KARL–AU.
Mit einer einfachen Befestigungsanlage in Form einer Ringmauer und Türmen umgeben, diente das Schloss zunächst als landesfürstliches Jagdgebiet und Tiergarten. 1769 ließ es Kaiserin Maria Theresia erstmals als Arbeitshaus für müßiges und faules Gesinde verwenden. Unter Kaiser Joseph II. verwendete man das Gebäude zur Unterbringung französischer Kriegsgefangener. Mit der Einführung des Strafgesetzes wurde es 1803 zum Provinzialstrafhaus für Frauen und Männer, bis zu einer Strafe von 10 Jahren. Im Jahre 1805 wanderten die in der Zitadelle und den Kasematten des Grazer Schloßberges verwahrten Schwerverbrecher in das Strafhaus Karlau. 1820 wurde erstmals ein zweistöckiger Zubau in westlicher Richtung an das Schloss angefügt. Nach den Kriterien der Gefängnisarchitektur des 19. Jahrhunderts entstand weiter ein Zellengefängnis, dessen drei Flügel in einem Achsenkreuz zusammen laufen, mit einem oktogonalen Zentralturm.
Die gegen Ende des 2.Weltkrieges zweimal schwer bombardierte Anlage erfuhr bis heute immer wieder entsprechende Adaptierungen und Modernisierungen. 1991 wurde in der Strafvollzugsanstalt Graz die erste Außenstelle der Justizwacheschule eingerichtet.
Die seit 1993 unter dem Namen Justizanstalt Graz-Karlau geführte Anlage ist die zweitgrößte Justizanstalt Österreichs. Sie dient heute dem Vollzug von Freiheitsstrafen an männlichen Gefangenen mit einer Strafzeit von über 18 Monaten bis Lebenslang.

Das Areal der Anstalt beträgt inklusive der vorgelagerten Personalhäuser und Vorgärten ca. 67.500 m². In den Unterkünften, bestehend aus 260 Einzel- und Gemeinschaftshafträumen können 470 Insassen untergebracht werden. Der Vollzug wird auf Grund der verschiedenen Tätergruppen entsprechend differenziert durchgeführt. [Zur Durchführung des Strafvollzuges in gelockerter Form steht der Justizanstalt Graz-Karlau eine Außenstelle in Maria Lankowitz, ca. 40 km westlich von Graz, zur Verfügung].

Auftraggeber

  • BIG

Aufgabe

  • Besucherzentrum Justizanstalt