Büroräume für Architektur Theorie

Dem 2006 neu gegründeten Institut für Architekturtheorie wurde von der Universität Innsbruck ein großer Raum zu Verfügung gestellt, in welchem sich ehemals zwei Seminarräume befanden und die Trennwand durchbrochen wurde. Nun sollte mit kleinen Budget eine Lösung für Strukturierung des Raumes gefunden werden, um sowohl kleinere Arbeitsräume als auch größere Besprechungsbereiche zu schaffen. Der Großraum wurde jedoch nur vom Westen her natürlich belichtet und war mit einem für den Großraum ausgelegten Klimasystem ausgestattet.

Eine kleine Stadt
Unser Büro entwarf kostengünstige Büroboxen aus Holz, welche einerseits als Arbeitseinheit für eine Person dienen und gleichzeitig als Gebäude oder Haus einer kleinen Stadt betrachten werden können. So können die Arbeitsräume bzw. die „Stadthäuser“ je nach Anforderung und Situation zu größeren und kleineren Gruppen angeordnet werden und bilden in Analogie zur Stadtidee „ruhigere Gassen“ zum Arbeiten oder „öffentliche Plätze“ als Ort der Versammlung und Besprechung.

Das Projekt erhielt 2011 eine Anerkennung bei Holzbaupreis Tirol pro:holz.

Prof. Bart Lootsma, Leiter des Instituts
„Es ist schwer festzustellen, ob es sich bei diesen Büroboxen um eine Versammlung kleiner Wohnwagen, um große Möbel oder um Minimal Art handelt. Das Projekt erinnert sowohl an Archizooms Residential Parking Lots und Habitable Cupboard (etwa 1970) als auch an Joep van Lieshouts Wohnwagen.

Das im Jahr 2006 neu gegründete Institut für Architekturtheorie befindet sich in zwei ehemaligen Seminarräumen der Architekturfakultät. Die Trennwand wurde entfernt, wodurch ein großer, loftartiger Raum entstand. Dieser Raum wurde so belassen, wie er vorgefunden wurde, einschließlich Linoleumboden, kaputten Glasfassaden und brutalistischen Betondecken. Trotzdem hat jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin einen eigenen Arbeitsraum, in den er oder sie sich zurückziehen kann, um ungestört zu telefonieren, im Internet zu surfen oder zu studieren.

Die Boxen stehen aus unterschiedlichen Gründen auf Rädern. Erstens bleibt dadurch die räumliche Organisation des Instituts flexibel. Falls intensive Zusammenarbeit notwendig ist, können die Boxen zusammengefügt werden, besteht hingegen der Wunsch nach Privatheit, können sie voneinander weggedreht oder auch zur Seite geschoben werden, wenn ein Gastvortrag oder ein Fest im Institut stattfindet. Zweitens kann aber auch die bestehende Klimaanlage ohne kostspielige Anpassungen im Sommer weiterhin funktionieren. Stromauslässe befinden sich an der Decke, Internet und Telefon sind drahtlos gelöst. Informell angeordnet, lassen die Boxen Platz für großzügige Begegnungsräume. Dort stehen, ebenfalls auf Rädern, Sitzungstische und Seminartische, außerdem gibt es eine Küche.

Lampen werden einfach mit Haken von der Decke abgehängt. Und damit auch diese nicht an einen festen Platz gebunden sind, werden die Schalter direkt bei der Steckdose mittels drahtloser Fernbedienungen betätigt. Zusätzlich bilden Schrankwände flexible Trennwände.

Für ein minimales Budget wurde hier maximaler Raum geschaffen und eine optimale Abenteuerlichkeit erreicht.“

Bauherr

  • Prof. Bart Lootsma - Universität Innsbruck

Aufgabe

  • Umbau und Erweiterung Büroräume für Architekturtheorie Institut