Museum Lehn – Wastls-Haus

Gestaltung des Freibereiches
Der Zugang zum Wastls erfolgt von Süden, vom zentralen Eingangshof zwischen Gedächtnis-speicher, Heimatmuseum, Backofen und dem südlich angrenzenden Bauernhaus. Dieser Hof dient als Entree und Verweilort für das Freilichtmuseum. Ein Brunnen, Sitzmöglichkeiten und ein Hofbaum verbessern die Aufenthaltsqualität des kleinen, wassergebundenen Platzes und wer-ten ihn als Treff- und Ausgangspunkt für die Museumsrunde auf.

Im südlichen Hofbereich zwischen Backofen und dem Nachbarhaus sind die Fahrradabstell-plätze situiert. Die barrierefreien Zugangswege werden in Terraton mit mittelkörniger Oberfläche ausgebildet. Der Weg zum Wastls führt die Besucher*innen zuerst auf die Besucherterrasse vor dem Huas. Diese ist südwestlich durch die Sitzmauer aus Terraton begrenzt, die zugleich die Höhendifferenz zur angrenzenden Wiese aufnimmt. Südöstlich schließt sie direkt an den Nutz-garten mit den alten Kultursorten an. Zwei Kirschbäume, einer an der Terrasse, der zweite am Zugangsweg ergänzen den bestehenden Garten des Heimatmuseums. Der Pfostenspeicher wird südwestlich neben dem Wastls-Haus situirt um das Esemble zu schließen. Ein serpenti-nenartiger Weg führt von der Besucherterrasse zum Pfostenspeicher.

Ökonomische und Ökologische Lösung
Wirtschaftlichkeit der Gesamtlösung in Errichtung und Betrieb
Die Differenzierung zwischen beheizten und temperierten Räumen stellt die gängige Vorstellung von Komfort in Frage und soll als Teil des Museumskonzeptes verstanden werden. (*in Anleh-nung an die historische Stube als einziger beheizter Raum). Der Stubenofen wird reaktiviert und wieder zum zentralen Punkt der Gaststube.
Zusätzlich werden Regionalladen, Stube und die Sanitärräume mit einer Heizung ausgestattet und vollgedämmt. Die restlichen Bereiche des Gebäudes können bei Bedarf über Deckenstrah-ler temperiert werden und bleiben folglich auch in der kalten Jahreszeit nutzbar.

Baukünstlerische Lösung
Entwurfsidee, baukünstlerischer Ansatz, Architektonische Qualität
Artefakt (aus lateinisch ars, artis „Handwerk“, und factum „das Gemachte“)
Der „ruinöse“ Zustand des Bestandes soll nicht verfremdet werden, sondern vielmehr als Ge-gebenheit akzeptiert und adaptiert werden. Das Vorhandene wird sensibel restauriert und gerei-nigt, teilweise rückgebaut und als Rahmen für weitere bauliche Interventionen wieder in Stand gesetzt.
Implantat
Erst durch das anschließende Einfügen der „Implantate“ wird der Struktur sowohl funktional als auch architektonisch neues Leben eingehaucht. Sie funktionieren vollkommen autonom, sind gedämmt und mit der notwendigen Infrastruktur (Heizung, Sanitär etc.) ausgestattet. Das sym-biotische Nebeneinander von historisch und neu, kalt und warm, soll für die Besucher beim Benutzen der Struktur, spür- und erfahrbar bleiben.
Das bestehende Dach wird abgetragen, und durch ein gedämmtes Sparrendach ersetzt. Raum-innenseitig überspannen öffenbare Rahmenelemente die bestehenden Aussparungen der Fenster. Die Fensterlaibungen werden wiederum von eingeschobenen Blenden eingefasst.

Funktionale Lösung
Bespielung bzw. Benutzertauglichkeit des Hauses
Der Regionalladen
Im regionalen Ladenbereich im Erdgeschoss bieten ortsansässige Bäuerinnen/ Bauern und Betriebe ihre Waren an. Im kleinen Rahmen werden Besucher thematisch an die Historie des Tals herangeführt und erhalten die Möglichkeit sich aktiv einzubringen (vom Pfeifenschnitzen bis zum Knödelkurs). Das eigene Werk kann vor Ort verkostet oder als Mitbringsel nach außen getragen werden.
Die Dorfstube
Zusammen mit der Besucherterrasse bildet die Gaststube einen maßstäblich adäquaten Rah-men für geselliges Beisammensein der heimischen Bevölkerung und den Museumsbesuchern. Auch diese Räumlichkeiten können thematisch bespielt werden, durch Stubenmusikabende etc.
Der Dachboden
Der offene Raum des Dachgeschosses bildet den notwendigen Rahmen für pädagogische Konzepte. Er kann sowohl als Bildungswerkstatt als auch als Veranstaltungsraum genutzt und leicht für unterschiedliche Bespielungen adaptiert werden. Kurse für Volkskunst & Kunsthand-werk, Lesungen und der gleichen finden unter dem Dach Platz.

Barrierefreie Erschließung innerhalb und außerhalb des Gebäudes
Analog zum Gedächtnisspeicher wird nord-westseitig eine offene Holzrahmenkonstruktion in naturbelassener Lärche errichtet, welche die barrierefreie Erschließungsrampe in sich auf-nimmt. Gleichzeitig ist durch Angliederung dieses Rückgrats auch eine unkomplizierte Anliefe-rung der beiden Geschoße von Norden gegeben. Der südseitige Anger bleibt unangetastet. Im Westen kann der Bereich unter der Rampe als Lager genutzt werden.
Durch die natürliche Verwitterung nimmt sich der Anbau im Laufe der Zeit zunehmend zurück, gleicht sich der Umgebung an und fügt sich sensibel in das Ensemble ein. Zudem bleibt das Obergeschoß über die vorhandene Treppe im Dielenbereich erschlossen. Diese wird restauriert und wieder Instand gesetzt.