Architektur, die bleibt

01.04.2026
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Architektur verstehen wir nicht als isoliertes Objekt, sondern als Teil eines größeren räumlichen, sozialen und kulturellen Zusammenhangs. Stadt:Labor – Architekten mit Sitz in Innsbruck arbeitet überwiegend im Alpenraum und begleitet Projekte ganzheitlich – von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Im Zentrum unserer Arbeit stehen nachhaltige Architektur, der sensible Umgang mit dem Bestand sowie gemeinschaftsorientierte Planungs- und Entwurfsprozesse. Diese Haltung zieht sich durch unsere Arbeit an Wohnbauten, öffentlichen Räumen, Denkmalprojekten und Quartiersentwicklungen gleichermaßen. (Stadt:Labor - Architekten)

Gerade heute ist diese Haltung nicht nur eine gestalterische, sondern auch eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Der Gebäude- und Bausektor verursacht weltweit einen erheblichen Anteil an Energiebedarf und CO₂-Emissionen. Gleichzeitig betont die Europäische Kommission die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für Ressourcenschonung, Biodiversität und Klimaneutralität. Mit dem New European Bauhaus wird zudem ein Verständnis von gebauter Umwelt gestärkt, das Nachhaltigkeit, Inklusion und Schönheit zusammen denkt. Für uns heißt das: Architektur muss nicht nur technisch funktionieren, sondern langfristig sinnvoll, robust, identitätsstiftend und für Menschen verständlich sein. (UNEP - UN Environment Programme)

Ein wesentlicher Teil unserer Arbeit beginnt deshalb nicht mit dem Neubau, sondern mit dem genauen Lesen des Vorhandenen. Bestand ist für uns keine Einschränkung, sondern eine Ressource – räumlich, kulturell und materiell. Auf unserer Website beschreiben wir diesen Zugang als Verbindung aus nachhaltiger Architektur, Bestandstransformation und kooperativen Prozessen; zugleich spielt für uns die Idee der Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle. Materialien, Strukturen und räumliche Qualitäten sollen nach Möglichkeit weitergedacht statt vorschnell ersetzt werden. (Stadt:Labor - Architekten)

Wie das konkret aussehen kann, zeigen mehrere Projekte. Beim Frühmesshof in Untermieming wird der historische Bestand restauriert und in seinen wesentlichen räumlichen Strukturen erhalten; relevante Binnenteilungen, Fensteröffnungen und Türdurchgänge bleiben bestehen, während nur spätere oder statisch unzureichende Bauteile gezielt erneuert werden. Beim Wanner Hof in Inzing bleibt der Wirtschaftsteil mit Stall und Tenne in seiner ursprünglichen Funktion erhalten, originale Putzschichten und Holzkonstruktionen werden bewahrt, einzelne Ausstattungsteile werden wiederverwendet. Im denkmalgeschützten Pfleghaus in Anras verbindet die Revitalisierung den Erhalt eines kulturhistorisch bedeutenden Gebäudes mit neuen Nutzungen für Gemeinde, Wohnen, Café, Ausstellungen und Veranstaltungen. So entsteht kein musealer Stillstand, sondern ein weitergebautes kulturelles Leben im Bestand. (Stadt:Labor - Architekten)

Nachhaltigkeit verstehen wir dabei nicht als Zusatzschicht, sondern als Entwurfsprinzip. Auf Büroebene formulieren wir den Anspruch, Gebäude umweltbewusst und ressourcenschonend zu gestalten und zugleich das Wohlbefinden der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Diese Haltung zeigt sich etwa im Projekt Nachhaltiger Holzmassivbau für zeitgemäße Ferienwohnungen, wo Holz als primäres Baumaterial, Energieeffizienz, bauphysikalische Qualität und die Einbindung in lokale Bautraditionen zusammenkommen. Sie zeigt sich aber ebenso in öffentlichen Projekten wie der Kletterhalle „Vertikale“ in Brixen, bei der ein ausgeklügeltes Klimakonzept mit mehrschichtiger Fassade, Speichermassen, natürlicher Be- und Entlüftung und Sonnenenergie eine mechanische Kühlung überflüssig machen soll. Nachhaltigkeit entsteht hier aus Materialwahl, Raumkonzept, Klimastrategie und Dauerhaftigkeit im Gebrauch. (Stadt:Labor - Architekten)

Ein dritter Kern unserer Arbeit liegt in gemeinschaftsorientierten Planungsprozessen. Architektur entsteht nicht im Alleingang. Auf unserer Website beschreiben wir den gemeinsamen Weg als Grundlage guter Projekte: durch aktives Einbeziehen der Auftraggeber, durch das Verstehen lokaler Ziele und durch die Verbindung von Expertise mit den Anforderungen eines konkreten Ortes. Besonders sichtbar wird diese Haltung in der Quartiersentwicklung. Im Projekt Militärareal Schenoni Brixen wird ein ehemaliges Militärgelände als modernes, nachhaltiges und lebenswertes Quartier mit Wohnen, Gewerbe und Gemeinschaftseinrichtungen weitergedacht – in enger Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Gemeindegruppen. Auch bei der Quartiersentwicklung Dorfzentrum Niederau – Wildschönau ist der Beteiligungsprozess zentral: Ausgehend von einem Bürgertisch wurde das Potenzial des Dorfzentrums als Grundlage für weitere Entscheidungen entwickelt. (Stadt:Labor - Architekten)

Dass gemeinschaftsorientierte Architektur nicht nur auf großer Maßstabsebene funktioniert, sondern auch im öffentlichen Raum, zeigt die Neugestaltung des Dorfplatzes und Musikpavillons in Innichen. Dort werden Geschichte, Materialität und Alltag miteinander verknüpft: Stein, Wasser und historische Linien des Ortes strukturieren den Platz; zugleich entsteht eine Begegnungszone mit Infrastruktur für Märkte, Veranstaltungen, Aufenthalt und temporäre Nutzung. Architektur wird hier zur räumlichen Übersetzung eines kollektiven Gedächtnisses in einen zeitgenössischen öffentlichen Ort. Ein anderes Beispiel ist die Renovierung des Astrakinos in Brixen, bei der ein ehemaliges Kino durch Umbau, Freiräumen, neue Ausstellungsflächen, angepasste Lichttechnik und einen ergänzten Aufzug in ein Kulturzentrum transformiert wurde. Solche Projekte zeigen, dass soziale und kulturelle Nachhaltigkeit eng mit räumlicher Offenheit, Zugänglichkeit und Umnutzungsfähigkeit verbunden ist. (Stadt:Labor - Architekten)

Im Alpenraum bedeutet Architektur für uns daher immer auch: mit Topografie, Geschichte, Klima, Materialkultur und sozialem Kontext zu arbeiten. Gute Lösungen entstehen nicht aus Wiederholung, sondern aus Präzision im Umgang mit dem Ort. Mal steht die Bewahrung eines historischen Gefüges im Vordergrund, mal die Entwicklung eines neuen Quartiers, mal die Transformation eines öffentlichen Hauses oder die Schaffung eines ressourcenschonenden Neubaus. Was diese Projekte verbindet, ist der Versuch, Architektur als langfristige Kulturleistung zu begreifen – robust, offen für Veränderung und nah an den Menschen, die sie nutzen. (Stadt:Labor - Architekten)

Für Stadt:Labor ist nachhaltige Architektur deshalb mehr als Energieeffizienz und mehr als formale Zurückhaltung. Sie entsteht dort, wo Bestehendes verstanden, Ressourcen klug eingesetzt, Räume sorgfältig weitergebaut und Prozesse gemeinsam getragen werden. Architektur, die bleibt, entsteht aus dieser Verbindung von Haltung, Ort und Verantwortung. (Stadt:Labor - Architekten)

Ausgewählte Projektverweise

Quellen

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